Trialsport
Der Begriff "Trial" stammt aus England, wo vor
vielen Jahren Unerschrockene versuchten, unwegsames Gelände zu durchqueren. Das Wort "Trial" ist abgeleitet vom englischen "to try", was übersetzt bedeutet
versuchen oder probieren und in diesem Fall der Versuch, ein schwieriges Geländestück mit dem Motorrad zu durchfahren.
Trialfahrer werden auch als Meister der Balance bezeichnet, da sie ihr Motorrad stets im Stehen fahren und so durch den Gewichtsausgleich versuchen, ihr Fahrzeug immer auf der richtigen Linie zu führen.
Die Sektionen sind meist im schwierigen Gelände durch Absperrbänder begrenzte Fahrspuren mit mindestens 1.2 m Breite, wobei Hindernisse wie z. B. Steine, Stufen, Wurzeln, enge Kehren, Steilhänge, Baumstämme, Schlamm usw. zu bezwingen sind. Anfang und Ende der Sektionen sind mit Schildern A und E gekennzeichnet. Innerhalb von diesem Bereich erfolgt die Wertung.
Der Trialfahrer versucht, die Sektionen fehlerfrei zu durchfahren, d. h. beim Überwinden der Hindernisse nicht abstützen, nicht schieben, nicht rückwärts fahren, nicht stürzen usw. Der Fahrer mit der geringsten Zahl an Strafpunkten ist Sieger des Wettbewerbs. 
Für folgendes Fehlverhalten der Fahrer werden innerhalb der Sektion Strafpunkte vergeben:
Berühren des Bodens mit dem Fuß:
1mal = 1 Strafpunkt, 2mal = 2 Strafpunkte, 3mal = 3 Strafpunkte.
Absteigen, Sturz, Befahren der Begrenzung, Überschreiten der Höchstfahrzeit, Rückwärtsfahren = 5 Strafpunkte.
Die Strafpunkte werden von sachkundigen Punktrichtern, die den Fahrer innerhalb der Sektion beobachten, vergeben. Die Fahrer führen sogenannte Punktekarten mit sich, in denen die entsprechenden Strafpunkte vermerkt werden.
Bevor die Fahrer eine Sektion befahren, suchen sie sich die ideale
Spur aus und versuchen danach, diese auch möglichst fehlerfrei zu fahren.
Die Zeit spielt im Trialsport nur eine untergeordnete Rolle, jedoch gibt es eine Höchstfahrzeit pro Sektion und pro Veranstaltung, damit der Wettbewerb zeitlich richtig organisiert ablaufen kann.
Für den Trialsport werden spezielle Trialmotorräder verwendet, sie zeichnen sich aus durch ein geringes Gewicht, haben einen großen Lenkeinschlag, eine große Bodenfreiheit und der Motor ein großes Drehzahlband, daher auch schon im unteren Drehzahlbereich eine gute Leistung, und sie sind verhältnismäßig leise.
Die Fahrzeuge werden mit niedrigem Luftdruck in den Reifen gefahren, dadurch wird an den entsprechenden Hindernissen eine bessere Haftung erreicht. Die Fahrzeuge können auch für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen werden, was für die Teilnahme an manchen Wettbewerben auch Bedingung ist.
Der Trialsport verlangt vom Fahrer eine sehr hohe Konzentration in den Sektionen, da nur durch millimetergenaues Fahren und exaktes Timing die Hindernisse zu bezwingen sind. Während dem Bezwingen einer Sektion wird der Fahrer förmlich zum Turner auf seinem Motorrad, um es über die Hindernisse zu bewegen, daher wird der ganze Muskelapparat beansprucht und somit ist eine gute Kondition nötig.

Interessierte Anfänger sollten sich einem Motorsportclub anschließen, wo der Trialsport betrieben wird. Dort wird er Trainer und Helfer finden, die ihm die nötigen Fertigkeiten beibringen, um zukünftig auch an Wettbewerben teilzunehmen.
Der Trialsport ist eine Sportart, bei der dem Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine eine wichtige Bedeutung zukommt. So profitiert der durch das Trialfahren geschulte Motorradfahrer von der verbesserten Maschinenbeherrschung auch im Straßenverkehr des Alltags, denn er meistert sein Motorrad sicher in allen erdenklichen Situationen.




















